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Zu viel FKK: Wie ein Bischof das Saladi Beach Hotel zur Ruine machte

1980 wurden Urlauber aus dem luxuriösen Saladi Beach Hotel vertrieben, heute ist es ein Lost Place. Was sittenstrenge Griechen einst auf die Palme brachte – und wo sich die schönsten Plätze auf dem Peloponnes verstecken.

Das Wichtigste zum Thema Saladi Beach Hotel

  • Das ehemalige Luxus-Hotel auf der Halbinsel Peloponnes im Süden Griechenlands wurde in den 1970ern erbaut. Es verfügte über 600 Betten, Bungalows, Sportanlagen, eine Strand-Disco und ein Amphitheater.

  • Die Besonderheit: Es handelte sich um eine FKK-Anlage, in der man nackt urlaubte. Vor allem deutsche Touristen frönten der Freikörperkultur.

  • Das missfiel den Einheimischen aus dem Nachbarsdorf Dimida. Sie hielten textilfreies Baden für obszön und sündhaft - und holten Verstärkung.

  • Im Sommer 1980 reisten tausende sittenstrenge Griechen an, manche sogar aus Athen. Angeführt vom Bischof von Idra verjagten sie die Gäste.

  • Der Besitzer führte das Saladi Beach zunächst als "reguläres" Hotel weiter, doch 1996 gab er endgültig auf. Das 8-stöckige Gebäude wurde geplündert, ein paar zerstörte Design-Objekte zeugen noch vom Glanz vergangener Zeiten.

  • Heute ist das 11 Fußballfelder große Areal nicht nur bei Dark Tourists beliebt. Hier werden Künstler kreativ und auch mit Druckluftwaffen ausgestattete Airsoft-Gamer nutzen das Gelände, um gegeneinander anzutreten.

Nacktbaden in Griechenland ...

  • 💡

    ist verboten. Wenn sich Touristinnen am Strand oben-ohne zeigen, akzeptiert man es, gern gesehen wird es nicht. Ausnahmeregelungen gelten für ausgewiesene FFK-Strände auf den Inseln: Am Super Paradise Beach (Mykonos) etwa oder am Kokkini Ammos (Kreta) können Urlauber die Hüllen fallen lassen.

Hot Spots auf dem Peloponnes

Schlauer urlauben: 7 Dinge, die du über den Peloponnes wissen musst

  • 🐟

    In Restaurants wird frischer Fisch meist nach Gewicht berechnet - und das kann teuer werden. Am besten einen Fisch auswählen, wiegen lassen und gleich nach dem Preis fragen.

  • 🚰

    Gekühltes Leitungswasser stellen die Kellner*innen kostenlos auf den Tisch. Ordert man "nero", bekommt man Mineralwasser, aber das muss man bezahlen.

  • 🏖️

    An abgelegeneren Stränden gibt's meist keine Liegestuhl- und Sonnenschirm-Vermietung und auch keine Tavernen. Deswegen: Verpflegung & Co. einpacken.

  • 🏛️

    Aus antiken Stätten darf man nichts mitnehmen. Selbst kleine Keramikscherben müssen an Ort und Stelle bleiben.

  • 🚌

    In Bussen ist man günstig und bequem unterwegs. Regionalbusse fahren von den Städten in die umliegenden Dörfer. Fernbusse verbinden die Städte untereinander und verkehren zum Beispiel auch zwischen Korinth und Athen.

  • 🏕️

    Wildcampen? Verboten. Auf dem Peloponnes kann man sein Zelt an 56 Orten legal aufschlagen. Eine Karte mit allen verfügbaren Campingplätzen findet sich auf greececamping.gr.

  • ✈️

    Die Flughäfen von Araxos (Nordwesten) und Kalamata (Südwesten) werden zwischen April und Oktober von verschiedenen deutschen Städten aus angeflogen. Über Athen kann man ganzjährig auf die Halbinsel fliegen.

Süßes Souvenir: Tannenhonig

Der weltweit begehrte Tannenhonig stammt aus dem Menalon-Hochland im Zentrum des Peloponnes. 1996 erklärte die Europäische Union den Elato Vanilla zum Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Seither ist er ein Exportschlager.

Einzigartig ist er auch. Denn um den Honig gewinnen zu können, braucht man die Kefalonische Tanne (Abies cephalonica). Die wächst lediglich in Griechenland und dort vor allem im Hochland Arkadiens, das bis auf knapp 2.000 Meter hinaufreicht.

In dieser Region kommen keine Pestizide gegen Blattläuse zum Einsatz. Und so scheiden die Tierchen fleißig Honigtau aus, den die arkadischen Bienen lieben. Der Tau und die Blütenzapfen verleihen dem dunklen Tannenhonig seinen besonders würzigen Geschmack, der an Vanille erinnert.

Ein Imker kann allerdings nicht jedes Jahr mit einer Tannenhonig-Ernte rechnen. Entscheidend ist, ob der Wald "honigt". Dafür nämlich müssen sich die Honigtau-Erzeuger vorab massenhaft vermehrt haben. Zudem kommt es darauf an, inwieweit die Bienen auf andere Nahrung wie Blütennektar zurückgreifen können - und das wiederum ist von Standort und Wetter abhängig.

Dieser griechische Tannenhonig ist eine echte Rarität

Veröffentlicht: 25.08.2020 / Autor: Heike Predikant