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Versunkenes Gefängnis in Estland: Im Sommer baden hier Touristen

Das einstige Sowjetgefängnis befindet sich in der Nähe von Tallinn - inmitten eines Sees. Wir waren mit YouTuber Fritz vor Ort und konnten das dunkle Geheimnis lüften. Und ein paar Reisetipps für Estland haben wir auch mitgebracht.

Das Wichtigste zum Thema Sowjetgefängnis Murru

  • Das ehemalige Gefängnis in Rummu wurde in den 1930er-Jahren von der sowjetischen Regierung errichtet. Tausende Häftlinge saßen dort ein, darunter zahlreiche Regime-Gegner.

  • Für seine extremen Haftbedingungen war der Knast berühmt-berüchtigt: Die Insassen mussten mitunter in weniger als 3 Quadratmeter großen Einzelzellen ausharren und in einem benachbarten Steinbruch schwere Zwangsarbeit leisten. In eisigen Wintern drohte der Kältetod.

  • Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 reduzierte sich die Anzahl der Inhaftierten deutlich. 2012 kam es zur Schließung des Gefängnisses.

  • Der stillgelegte Steinbruch füllte sich mit Grundwasser und es bildete sich ein See. Ein Teil der Gebäude wurde überflutet samt allem Inventar.

  • Mittlerweile bieten Action-Agenturen nicht ungefährliche Tauchgänge zu den versunkenen Mauern an - zwischen Stacheldraht und rostigen Laternenpfählen. Im Sommer plantschen Touristen aus aller Welt an diesem Lost Place.

Viivikonna: Die fast verlassene Geisterstadt in Estland

Die frühere Minenstadt liegt im Nordosten von Estland. Die Bauarbeiten begannen in den 1930er-Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten auch deutsche Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren, bei der Errichtung der Stadt mithelfen.

Anfang der 1950er kamen Hunderte Minenarbeiter nach Viivikonna, um in einer nahegelegenen Lagerstätte Ölschiefer abzubauen. Zwischenzeitlich lebten hier über 2.000 Menschen.

2 Jahrzehnte später waren die Ölschiefervorkommen erschöpft, so dass die Mine 1974 geschlossen wurde. Beinahe alle Bewohner verließen die Stadt, um sich anderswo einen Job zu suchen.

Seither ist Viivikonna eine düstere Gegend. Überall verfallene Häuser mit glaslosen Fenstern und tiefen Rissen in den Mauern. Holz und Stahl wurden aus den Gebäuden geborgen, um damit Geld zu machen. Die Strom- und Wasserversorgung ist längst gekappt. Trotzdem wohnen noch rund 50 Menschen im Ort, die sich nicht vorstellen können, jemals aus ihrer Heimat wegzuziehen.

Guck dir an, was Besucher in der berühmtesten Geisterstadt Estlands erwartet und wie der Alltag der verbliebenen Bewohner aussieht:

Kontrastprogramm in Tallinn: Estlands Hauptstadt gilt als Hot Spot

Die Altstadt von Tallinn mit ihren verschlungenen Pflastersteingassen wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert erbaut. Seit 1997 gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe.

Sehenswert sind insbesondere der Rathausplatz, die Alexander-Newski-Kathedrale und der Domberg. Wer keine Höhenangst hat, kann auf der bis zu 3 Meter breiten Stadtmauer (etwa 50 Prozent sind noch erhalten) einen Blick ins Mittelalter werfen.

Tallinn


Tallinn, Estlands Hauptstadt an der Ostsee
© Getty Images

 

Ansonsten bietet die baltische Metropole alles, was reisende Hipster lieben. Shoppen und Schlemmen übrigens geht oft auch unter einem Dach: Der Mix aus Laden und Café liegt im Trend.

Der angesagteste Ort ist das alte Industrieviertel Kalamaja, wo sich das Kreativzentrum Telliskivi befindet. Hallen, Lagerhäuser und Werkstätten sind mit Graffiti und Kunstobjekten versehen. Drinnen warten Ateliers, Galerien, Designershops, Bars und Restaurants. Events werden in der "Creative City" das ganze Jahr über veranstaltet.

Falls Tallinn auf deiner Travel-Liste steht, gibt's hier schon mal eine kleine Führung:

Typisch Estland! 6 Dinge, die Urlauber wissen müssen

  • 🏖️

    Estland hat über 2.000 Inseln (mit Traumstränden). Zu den schönsten zählen Saaremaa, Hiiumaa, Kihnu, Ruhnu und Vormsi. Man erreicht sie mit Fähren.

  • 🌲

    Lust auf Waldbaden? Mehr als die Hälfte der Baltenrepublik ist mit Wäldern bedeckt. Darin leben rund 700 Braunbären und über 10.000 Elche.

  • 🍮

    Als einheimische Spezialität gilt Kohuke: ein Quarkriegel mit Schokoüberzug. In manchen Supermärkten wird der Süßigkeit ein gesamtes Kühlregal gewidmet.

  • 🎶

    Mit mehr als 133.000 Stücken verfügen die Esten über die größte Volkslieder-Sammlung der Welt. Alle 5 Jahre findet in Tallinn das estnische Liederfest statt. Nächster Termin: 2024.

  • 🙃

    In Estland ist Schaukeln ein Extremsport. Das Ziel beim Kiiking: spektakuläre Überschläge.

  • 🔽

    Anderes Land, andere Symbole: Das Dreieck mit der Spitze nach unten kennzeichnet die Männertoilette, das Dreick mit der Spitze nach oben die Damentoilette.

Veröffentlicht: 23.08.2020 / Autor: Heike Predikant