Dieser Zebrahai hat gelernt, sich von alleine fortzupflanzen
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Dieser Zebrahai hat gelernt, sich von alleine fortzupflanzen

vor 6 Monaten

Fortpflanzung ohne Partner? Für uns Menschen nur schwer vorstellbar. Es gibt einige wenige Ringelwurm-Arten, die das können. Aber Haie? Forscher haben nun ein besonderes Exemplar untersucht. Einen weiblichen Zebrahai, der gelernt hat, sich ganz von alleine fortzupflanzen.

Das Zebrahai-Weibchen Leonie hatte seit vier Jahren keinen Kontakt mehr zu einem männlichen Hai. Seit 2012 lebt sie alleine in einem Aquarium im australischen Townsville. Doch letztes Jahr bekam sie plötzlich Nachwuchs – aus drei Eiern schlüpften kleine Zebrahaie.

Ein Team von Forschern um die Biomedizinerin Christine Dudgeon von der University of Queensland untersuchte den mysteriösen Fall. Zunächst gingen die Wissenschaftler davon aus, dass das Zebrahai-Weibchen Sperma ihres letzten Partners eingelagert hatte. Damit hätte sie sich befruchten können. Doch dafür fanden die Forscher keine Bestätigung.

Daraufhin untersuchte das Team die DNA des Hai-Nachwuchses. Das Ergebnis: Die Tiere hatten nur Genmaterial der Mutter. So schlossen die Wissenschaftler, dass sich Leonie ohne Partner, also asexuell, fortgepflanzt haben muss.

Hai

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Jugendlicher Zebrahai
© via Wikipedia, Liné1, CC BY-SA 3.0

Haie und beispielsweise auch Schlangen sind zwar dazu fähig, sich ohne Geschlechtsverkehr fortzupflanzen. Doch ein Wechsel von sexueller zu asexueller Fortpflanzung – das kommt laut den Forschern äußerst selten vor. Bereits Jahre zuvor hatte Leonie mit ihrem Partner Nachwuchs bekommen.

Doch wie ist das körperlich möglich? Durch einen sogenannten Polkörper können weibliche Haie ihre Eier selbst befruchten. Dabei handelt es sich um um eine Zellstruktur, die an der Eizelle haftet. Sie besitzt einen einfachen Chromosomensatz und funktioniert somit so ähnlich wie ein Spermium. Eizelle und Polkörper vereinen sich und das Hai-Weibchen wird schwanger.

Asexuelle Fortpflanzung hat einen Nachteil

Das Ganze hat aber einen entscheidenden Nachteil: Bei asexueller Fortpflanzung kommt es zu keinem Austausch von Erbmaterial. Es handelt sich also um eine extreme Art der Inzucht. Genetische Vielfalt ist aber wichtig, denn neue vorteilhafte Genkombinationen können so leider nicht entstehen. Und das kann sich negativ auf die Tiere auswirken.

Grundsätzlich eignen sich Haie nicht dazu, in Gefangenschaft gehalten zu werden. Warum also musste Leonie überhaupt einsam in einem Aquarium leben? Zebrahaie stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Um dagegen anzukämpfen, sollen sich manche Tiere unter menschlicher Beaufsichtigung fortpflanzen. Mit ihrem letzten Partner bekam das Zebrahai-Weibchen aber so viel Nachwuchs, dass die Pfleger nicht mehr hinterherkamen. Sie mussten die beiden Haie voneinander trennen.

Momentan geht es den drei kleinen Haien gut. Die Forscher wollen die Tiere aber weiter beobachten und herausfinden, ob sie voll lebens- und fortpflanzungsfähig sind. Dass sich Leonie kurzerhand alleine fortpflanzte, ist ein positives Zeichen für die Zebrahai-Population. Denn es scheint: Wenn Not am Mann ist, findet die Natur einen Weg, um das Überleben einer Art zu garantieren.

Es ist das Tier mit dem stärksten Biss. Und der wohl gefürchtetste Jäger der Weltmeere. Doch er ist vom Aussterben bedroht: der weiße Hai. Unerschrockene Männer versuchen deshalb, Haie mit GPS-Sendern und Kameras auszustatten, um sie zu schützen.

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