Neuer, ultradünner Akku soll dein Smartphone durch deine Bewegungen aufladen
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Neuer, ultradünner Akku soll dein Smartphone durch deine Bewegungen aufladen

vor 3 Wochen

Stell dir mal vor, in deinen Klamotten wäre ein so winziger Akku eingearbeitet, dass du ihn A) nicht spürst und B) dein Smartphone parallel damit aufladen kannst. Durch kleinste Bewegungen. Du braucht nicht mal Joggen oder Sport treiben. Das könnte bald Realität werden.

Das Problem mit den Akkus ist, dass unsere Smartphones und andere technische Geräte immer mehr leisten, aber parallel immer kleiner und leichter werden müssen. Weil wir das so wollen. Und wir wollen nicht alle zwei Stunden etwas aufladen müssen.

Dass das ein hoch interessantes Thema ist, sieht man schnell, wenn man sich die Nachrichtenlage zu neuen und besseren Akkus anschaut: Vor zwei Jahren noch hieß es, man könne den Akku in sechs Minuten laden, jetzt heißt es schon in Sekunden – und er soll eine Woche halten. Aber nicht nur das: Dieser Akku soll angeblich 400 Mal länger halten als ein gewöhnlicher, dieser lädt sich durch Wischen auf und dieser Super-Akku wurde von einem 94-Jährigen erfunden.

Aber zurück zu der Technologie, die wir vorstellen wollen. Forschungsleiter ist Cary Pint von der Vanderbilt University im US-Bundesstaat Tennessee. Er hat mit seinem Team ein Gerät entwickelt, das langfristig wie ein Akku funktionieren soll und so hauchdünn ist, dass man es in Kleidung einnähen könnte. Das Besondere: Es erzeugt Strom aus unseren Bewegungen. Aus kleinsten Bewegungen.

Das Device ist gerademal 1/5.000 so dick wie ein menschliches Haar und kann Energie aus Bewegungen ziehen, die mit weniger als 10 Hertz (das ist äquivalent zu zehn Bewegungen pro Sekunde) ablaufen. Aber es geht runter bis auf 0,01 Hertz – das ist eine Bewegung in 100 Sekunden. Es wäre schwerer, sich in der Zeit nicht zu bewegen.

Bisher erzeugt die ultradünne Batterie natürlich noch nicht so viel Strom, um damit ein Smartphone laden zu können – es bewegt sich im Millivolt-Bereich. Aber die Forscher sind dran und das steht als nächstes an.

Wie genau funktioniert das jetzt eigentlich? In ihrer Studie erklären die Wissenschaftler, wie gut Graphen (das stärkste Material der Welt) und Schwarzer Phosphor zusammenarbeiten können. Sie stecken ein Elektrolyt zwischen zwei identische Elektroden aus Schwarzem Phosphor, das auf dünne Schichten Graphen aufgetragen wird. Beides kleine Wunderstoffe, die von Forschern wegen ihrer elektrischen, optischen und elektrochemischen Eigenschaften geliebt werden. Wenn sich das Material dann dehnt und biegt, erzeugt es Energie.

Können diese Akkus nicht in die Luft gehen? Laut Pint nicht. Denn Smartphone-Akkus explodieren, weil positiv und negativ geladene Elektroden kurzgeschlossen werden und damit das Elektrolyt entzünden. Da im neuen Akku allerdings zwei identische Elektroden benutzt werden, passiert nichts, wenn man sie kurzschließt. Außer, dass das Gerät die Bewegungen nicht mehr aufzeichnet. Hier erklärt Pint genau, wie das funktioniert:

Aber alleine die Vorstellung, einen eingebauten Akku in der Hose oder der Jacke zu haben, ist ziemlich spannend. Bis das Gerät aber wirklich in unsere Klamotten integriert werden kann, dauert es wohl noch etwas. Bis dahin solltet ihr euch diese Tipps anschauen, wie ihr Akku sparen könnt:

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