Jeffrey Dahmer ist einer der skrupellosesten Serienmörder der Welt - jetzt kommt seine Geschichte ins Kino
via YouTube / True Crime Magazine

Jeffrey Dahmer ist einer der skrupellosesten Serienmörder der Welt – jetzt kommt seine Geschichte ins Kino

vor 3 Wochen

Jeffrey Dahmer brachte 17 Menschen um. Nach deren Tod aß er sie teilweise auf und vergewaltigte sie. Jetzt wurde sein Leben verfilmt und das Ergebnis kommt im Herbst ins Kino. „My Friend Dahmer“ will die Vorgeschichte des Mörders erzählen – bevor er in Alkohol und Gewalt abstürzte. Aber was ist dran an der Story? Wir geben euch die Fakten.

Wir warnen euch: Das hier ist eine sehr grausame Geschichte und nichts für zarte Gemüter. Lesen auf eigene Gefahr.

„My Friend Dahmer“ zeigt die Highschool-Zeit des späteren Serienkillers, der schon damals ein unsicherer Außenseiter war: Er wurde gemobbt, die Ehe seiner Eltern ging in die Brüche, er hatte ein seltsames Interesse für Knochen und scheinbar keine echten Freunde. Schon während des Trailers bekommt man Mitleid mit dem armen, missverstandenen Jungen ohne Selbstbewusstsein. Noch:

Die Welt kennt ihn als eiskalten Mörder und Psychopathen, der 1960 in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin geboren wurde und eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hatte. Einer kannte ihn aber ganz anders – und zwar John Backderf, ein ehemaliger Mitschüler und Freund. Als der von Dahmers späteren Taten erfuhr, war er schockiert.

Dann zeichnete er seine eigenen Erinnerungen und die Events in Dahmers Leben in einer Graphic Novel auf, die ebenfalls „My Friend Dahmer“ heißt und zur Vorlage des Films wurde. Darin erzählte er einen zuvor unbekannten Teil von Dahmers Leben. Erst die liebevolle, glückliche Kindheit und dann die gemeinsamen Ausflüge in die Mall und freundschaftliches Herumalbern. Als Teenager litt Dahmer dann unter der Gefühlskälte seiner Eltern, trank heimlich Alkohol, wollte eine tote Katze in Säure auflösen und kam nicht mit seiner Homosexualität klar. Das ist das Bild, das Backderf von ihm zeichnet und auch der Film „My Friend Dahmer“ gibt.

Jeffrey Dahmer
So sah er mit 17 aus.
© via Wikimedia / CC0

Nach der Highschool begann das Morden

Seine schlimmste Phase setzte erst nach seiner Highschool-Zeit ein, im Jahr 1979. Dahmer hatte gerade den Abschluss gemacht, er war 18 Jahre alt und Alkoholiker. Seine Eltern hatten sich kurz zuvor scheiden lassen und sind beide ausgezogen. Dahmer hatte sturmfrei.

Im Juni 1979 nahm er einen Anhalter mit, betrank sich zu Hause mit ihm, schlug ihn mit einer Hantel nieder und erdrosselte ihn. Dann zerstückelte er sein Opfer, lagerte die Teile wochenlang unter dem Haus und verstreute sie im Wald. Und das alles, weil ihn sein Opfer nie wieder verlassen sollte.

In den folgenden Jahren trank er weiter, flog vom College, flog aus der Army und bekam zwei Anzeigen. Eine, weil er sich in der Öffentlichkeit ausgezogen hatte. Die andere, weil er vor einem minderjährigen Jungen masturbiert hatte. Neun Jahre nach seinem ersten Mord brachte er wieder jemanden um. Diesmal ohne sich überhaupt daran erinnern zu können. Als er zwischenzeitlich bei seiner Großmutter wohnte, tötete er in ihrem Haus zwei weitere Männer.

Als er schließlich alleine wohnte, lockte er einen 13-Jährigen zu sich nach Hause und missbrauchte ihn. Das brachte ihm zehn Monate Haft ein, stoppte ihn aber nicht. Er hatte Routine gewonnen. Vor allem in Schwulenbars lernte er 13 weitere Männer kennen, die er mit nach Hause nahm, um ihnen Betäubungsmittel in den Drink zu schütten und sie dann zu erdrosseln. Es war aber auch ein 14-Jähriger aus seiner Nachbarschaft dabei. Der konnte sogar kurz entkommen und lief nackt die Straße entlang, war aber zu betäubt, um zu reagieren. Nachbarn riefen die Polizei. Doch Dahmer war schnell zur Stelle und überzeugte die Polizisten davon, dass der 14-Jährige in Wahrheit sein 19-jähriger Geliebter sei. Die Polizisten ließen ihn gehen, ohne seine Identität zu überprüfen – für den Teenager endete das tödlich.

Nach dem Tod vergewaltigte und zerstückelte Dahmer seine Opfer. Oft tat er noch Schlimmeres. Manchen bohrte er Löcher in den Kopf und füllte Salzsäure hinein, um sich einen willenlosen Sexsklaven zu erschaffen. Nicht erfolgreich, versteht sich.

Das alles dokumentierte er mit Polaroids, um sich an diese Momente zu erinnern und seine sexuelle Erregung dabei erneut zu fühlen. Auch die Köpfe und Genitalien behielt er als Erinnerungsstücke. Er schreckte nicht einmal davor zurück, die Leichen zum Teil aufzuessen und Fleischstücke zu lagern.

Jeffrey Dahmer
Dieses Foto entstand bei der Festnahme Dahmers 1991.
© via Wikimedia / Milwaukee Police Department

17 Menschen starben – dann wurde Dahmer endlich festgenommen

Erst 1991 konnte der Serienmörder geschnappt werden – und das durch puren Zufall. Eines seiner Opfer, Tracy Edwards, entkam ihm gerade noch rechtzeitig. Er wurde von der Polizei entdeckt, als er mit Handschellen am Handgelenk und Betäubungsmittel im Blut durch die Stadt irrte. Er erzählte der Polizei aufgelöst, was ihm passiert sei. Dann fuhren die Polizisten mit ihm zu Dahmer – der sich fast damit herausreden konnte, dass Edwards sein Geliebter und die Handschellen ein Sexspielzeug waren. Doch einem der Polizisten fiel ein schreckliches Detail auf: Fotos von geköpften Leichen mit aufgeschlitztem Oberkörper. Dahmer wurde festgenommen. In seiner Wohnung fand man gruselige Überreste wie Köpfe und gehäutete Schädel. In seinem Kühlschrank lagerte er Fleischstücke seiner Opfer und in einem Fass mehrere Körperteile, die in Säure lagen.

Bei der anschließenden Gerichtsverhandlung plädierte Dahmer auf unschuldig, da unzurechnungsfähig. Ein Psychologe stellte bei ihm eine schwere dissoziale Persönlichkeitsstörung fest. Die Jury nahm ihm aber nicht ab, dass er dadurch unzurechnungsfähig war. Sie verurteilte ihn 1993 in 15 Fällen zu lebenslanger Haft, also zu 957 Jahren. Ein Jahr später wurde er im Hochsicherheitsgefängnis von einem Mitinsassen getötet, der unter Wahnvorstellungen litt. Und das ironischerweise mit einer Hantel – sein erstes Mordwerkzeug.

Hier könnt ihr euch sein letztes Interview ansehen:

Ein anderer, nicht weniger gruseliger Serienmörder lebte vor rund 126 Jahren: Jack the Ripper. Erst vor drei Jahren konnte der Fall gelöst werden:

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