Wissenschaftlich geklärt: Waren unsere Vorfahren eher Fleisch- oder Pflanzenesser?
By Wolfgang Sauber via Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3

Wissenschaftlich geklärt: Waren unsere Vorfahren eher Fleisch- oder Pflanzenesser?

vor 8 Monaten

Es ist der ewige Kampf zwischen Fleischliebhabern und Vegetariern und Veganern: Haben unsere Vorfahren hauptsächlich Fleisch oder Pflanzen gegessen? Eine neue Studie gibt Aufschluss über diese Frage.

Als der Mensch das Feuer entdeckte, entwickelte er sich rasant weiter. Fleisch musste er nicht mehr roh essen, sondern konnte es kochen. Bisher ging man davon aus, dass unsere Vorfahren Pflanzen nicht kochten und vorwiegend Fleisch aßen. Doch neue Funde beweisen jetzt das Gegenteil.

Archäologen von der University of Bristol untersuchten 110 Keramikscherben von zwei Ausgrabungsstätten in der Sahara im Südwesten des heutigen Lybien. Sie sind etwa 10.000 Jahre alt und wurden in der Höhle Uan Afuda und unter dem Felsüberhang Takarkori gefunden, die ab 8200 vor Christus über Tausende von Jahren bewohnt waren.

38 der 81 Scherben, die in Takarkori gefunden wurden, enthielten Rückstände von Pflanzen. Nur 29 enthielten Hinweise auf tierische Fette. In der Höhle Uan Afuda fanden die Forscher 22 Scherben, von denen 18 pflanzliche Rückstände aufwiesen. Daraus schließen die Forscher, dass die Menschen damals vorwiegend Pflanzen aßen. Den Rückständen nach zu urteilen vor allem Rohrkolben und Wasserpflanzen.

Das Team ist von den Funden begeistert: „Die Ausbeutung einer solchen Vielfalt von Pflanzen unterstreicht die Raffinesse dieser frühen Wildbeuter-Gruppen.“ Sie betonen, dass die Bedeutung von Pflanzen für die Ernährung prähistorischer Menschen bislang unterschätzt wurde. Ihre Studie beweist allerdings, wie wichtig sie als Nahrungsquelle waren und dass unsere Vorfahren sie bereits in den extra für diesen Zweck erfundenen Keramikgefäßen kochten.

Ausgehend von diesen Funden erhoffen sich die Forscher jetzt noch mehr über damalige Ernährungsgewohnheiten zu erfahren. Dass die Menschen damals eher Pflanzen als Fleisch kochten, ist für sie bereits sehr überraschend. Im Kampf der Fleischliebhaber gegen Pflanzenesser geht dieser Punkt also an die Vegetarier.

Speisen wie unsere Vorfahren vor über 100.000 Jahren. Ein Berliner Restaurant bietet die sogenannte Steinzeit-Kost an. Das heißt, es gibt keine Nudeln, kein Brot und keinen Zucker. Doch woraus besteht die Paläo-Kost dann und ist sie wirklich gesund? Wir haben das Essen von Neandertaler und Co. getestet:

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