Ein knacksendes Knie ist definitiv eines der schlimmsten Geräusche überhaupt
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Ein knacksendes Knie ist definitiv eines der schlimmsten Geräusche überhaupt

vor 1 Jahr

Es gibt ziemlich viele eklige Geräusche. Und jeder hat ein anderes Empfinden. Einige finden es ziemlich widerlich, mit Fingernägeln auf einer Tafel zu kratzen. Anderen stellen sich die Nackenhaare auf, wenn jemand mit der Gabel über den Teller quietscht. Oder ein knacksendes Knie. Auch das ist ganz weit oben auf der Liste der abartigsten Geräusche.

So eklig hört sich das an:

Jetzt stellt euch mal vor, das Geräusch vom Knieknacksen wird sogar noch verstärkt. Mit einem Mikrofon. Noch lauter. Und häufiger. Für Ingenieur Omer Inan vom Georgia Institute of Technology gehört das zum Alltag. Yep, ihr habt richtig gehört. Jeden Tag hört er sich knacksende Knie an. Und er ist ganz aufgeregt, wenn das passiert. Denn er tut es aus gutem Grund.

Zunächst einmal solltet aber ihr wissen, dass jedes Knie knackst. Egal, ob es geschwächt oder gesund ist. Manche tun es eben etwas lauter, andere etwas leiser. Also braucht ihr nicht denken, dass eure Knie total kaputt sind, nur weil sie knacksen, wenn ihr in die Hocke geht. Und auch, wenn das Knacksen für euch nicht wahrnehmbar ist. Es ist da. Ganz bestimmt. Jedes Knie knackst.

Wie laut ist das eigentlich bei euch? Geht doch mal in die Hocke. So in etwa?

Ok, ok. Das war das letzte Mal, dass wir das Geräusch eingebaut haben *FingerHinterDemRückenÜberkreuz*

Zurück zu Inan. Eben weil jedes Knie irgendwie knackst, ist es schwierig, ein kaputtes von einem gesunden zu unterscheiden. Dafür sind Röntgen-Aufnahmen, Scans oder im schlimmsten Fall sogar eine OP notwendig. Deshalb entwickelten Inan und sein Team eine Art Halterung fürs Knie. Sieht aus wie ein Halfter fürs Pferd, hat aber Mikrofone und Sensoren eingebaut, um jedes kleine Knacksen aus dem Gelenk genau untersuchen zu können.

Piezoelektrische Sensoren enttarnen jedes Knacksen im Knie

Die Mikrofone sind mit piezoelektrischen Sensoren ausgestattet. Mit ihnen kann man Änderungen im Druck, der Beschleunigung, der Temperatur, der Spannung und der Kraft messen. Beim Menschen passiert das so: Werden Knochen (in unserem Fall das Knie) stark belastet, produziert es winzige elektrische Ladungen. Die sind proportional zu den inneren Belastungen. Durch diese Ladungen wird neues Knochenmaterial verändert – an den Orten, wo die Belastung stattgefunden hat. Diese minimalen Strukturänderungen lassen sich mit solchen Sensoren messen und geben den Wissenschaftlern Aufschluss darüber, wie es um die Gesundheit unseres Knies steht.

Das äußert sich vor allem in winzigen Vibrationen beim Beugen und Strecken unseres Knies. Sobald es in Inans Erfindung gesteckt wird, fangen die Sensoren an zu arbeiten und zeichnen einen Audiographen auf. Der zeigt genau, was die einzelnen Knick-und-Knack-Geräusche bedeuten (was wir gar nicht so genau wissen wollen).

Inan und sein Team arbeiten nun daran, die Halterung auf den Markt zu bringen. Mit ihr könnten Ärzte viel einfacher und schneller herausfinden, was an unserem Knie kaputt ist – und was nicht. Und so sieht seine Erfindung in Action aus:

Ach und eines haben wir noch vergessen. Unser Lieblings-Geräusch zum Schluss:

Übrigens geht man davon aus, dass ein gesundes Knie sehr viel gleichartiger knackst, als ein kaputtes. Jetzt haltet euch aber bitte nicht euer Knie ans Ohr, denn das könnt ihr so eh nicht heraushören. Dazu bräuchte man die entsprechenden Mikrofone und das Vorwissen.

Und noch etwas: Solltet ihr beim Knacksen Schmerzen verspüren, solltet ihr auf jeden Fall zum Arzt. Und beim Knirschen sowieso, denn das ist immer ernst zu nehmen.

Achtung, es wird noch schlimmer. Denn wir haben noch mehr richtig eklige Geräusche für euch (Anhören auf eigene Gefahr). Und wir erklären, warum wir sie als so unangenehm empfinden:

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