Durchbruch: Deutsche Forscher entwickeln Impfstoff gegen Malaria
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Durchbruch: Deutsche Forscher entwickeln Impfstoff gegen Malaria

vor 5 Monaten

Wer schon mal nach Thailand gereist ist, hat sich wahrscheinlich auch schon mit Malaria auseinandergesetzt. Denn in einigen Randregionen kann man sich auch dort mit der tödlichen Tropenkrankheit anstecken. Wissenschaftler arbeiten schon seit Jahren an einem Impfstoff. Deutschen Forschern ist jetzt ein vielversprechender Durchbruch gelungen.

Aber nicht nur der, der nach Südostasien reisen will, ist betroffen. Malaria ist vor allem in Afrika, aber auch im Norden von Südamerika, in Mittelamerika und in Südasien verbreitet. Der Parasit wird über eine weibliche Stechmücke der Gattung Anopheles übertragen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich knapp eine Million Menschen an Malaria. Etwa die Hälfte davon sind Kinder unter fünf Jahren.

Forscher weltweit arbeiten seit Jahren an einem Impfstoff. Bisher ohne Erfolg. Um nicht mit Malaria infiziert zu werden, wird Touristen empfohlen, auf das Reisen in verseuchte Gebiete zu verzichten. Ist das nicht möglich, gilt es, sich gegen Mückenstiche zu wehren – durch verschiedenste Insektenschutzmittel und entsprechende Kleidung.

Zusätzlich kann man mit einer Malaria-Prophylaxe vorbeugen oder Medikamente mitführen, die man im Falle einer Erkrankung vor Ort einnimmt (Stand-By-Therapie). Auf meinen eigenen Reisen durch Südostasien habe ich von vielen Backpackern gehört, dass sie diese Vorkehrungen aber abgebrochen haben. Denn nicht jeder Körper kommt mit den starken Inhaltsstoffen klar. Viele Reisende nehmen lieber das Risiko auf sich, als sich den Urlaub versauen zu lassen, weil sie die ganze Zeit auf dem Klo sitzen müssen.

Außerdem bietet eine Prophylaxe keinen hundertprozentigen Schutz, da der Erreger immer resistenter wird. Viele weitere Mittel auf dem Markt gingen mit so vielen und schweren Nebenwirkungen einher, dass sie in Europa vom Markt genommen wurden – vor allem die Stand-By-Medikamente.

Die Geschichte zur Herstellung eines geeigneten Impfstoffs ist lang. Forschern des Tübinger Instituts für Tropenmedizin und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung ist nun ein kleiner Durchbruch gelungen: Sie konnten einen vielversprechenden Impfstoff sehr erfolgreich testen – nämlich mit einer Erfolgsquote von bis zu einhundert Prozent.

Dazu bekamen 67 Probanden eine Malaria-Infektion mit relativ hohen Dosen lebensfähiger, nicht abgeschwächter Erreger über die Blutbahn gespritzt. Die Erwachsenen waren noch nie an Malaria erkrankt. Parallel erhielten sie das neue Medikament in verschiedenen Konzentrationen. Deshalb waren die Testgruppen sehr klein. Bei einer von ihnen – einer Gruppe mit neun Personen – konnte ein hundertprozentig wirksamer Impfstoff verabreicht werden. Sie bekamen hohe Dosierungen drei Mal im Abstand von vier Wochen geimpft. Zehn Wochen später waren sie noch immer gegen die Krankheit immun.

Ja, das ist nur eine kleine Gruppe und jetzt sind natürlich weitere klinische und Langzeitstudien notwendig. Vor allem, ob der Impfstoff auch gegen natürliche Erreger wirkt, muss noch untersucht werden. Aber ein erster Schritt ist getan. Eine groß angelegte Studie über mehrere Jahre soll nun in Gabun stattfinden.

Egal, welche Krankheit man hat: Mit einem schwachen Immunsystem kann es schnell schlimm werden. Deshalb solltest du dein Immunsystem stärken. Wie du das machst, zeigen wir dir hier:

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