Ärzte befreien 64-Jährigen von einem Blasenstein, der so groß wie ein Straußenei ist
New England Journal of Medicine

Ärzte befreien 64-Jährigen von einem Blasenstein, der so groß wie ein Straußenei ist

vor 2 Wochen

Habt ihr schon mal Straußenei gegessen? Wir nehmen vorweg: Das ist ziemlich groß. Fast genau so groß war ein Blasenstein, den Ärzte jetzt einem 64-Jährigen entnommen haben. Gruselig.

Wir haben schon häufiger über Skurriles aus dem The New England Journal of Medicine berichtet. Und da darf der folgende Fall nicht fehlen: Ein 64-Jähriger aus Kalifornien ging zur Notaufnahme ins St. Mary Medical Center, nachdem er starke Schmerzen in der linken Körperhälfte verspürte und seit drei Tagen Probleme hatte, aufs Klo zu gehen.

Ein CT-Scan zeigte schnell den Grund: Nicht nur ein, sondern gleich zwei Blasensteine hatten sich gebildet. Der eine, relativ kleine (oder eher „normalgroße“) befand sich im Harnleiter, wo die linke Niere mit der Blase verbunden ist. Und dann gab es da noch den größeren; den viel größeren. Der saß direkt in der Blase.

Er wog 770 Gramm und hatte die Maße zwölf mal 9,5 mal 7,5 Zentimeter. Und damit war der Stein so groß wie ein Straußenei (unter Umständen wird das sogar noch größer, nämlich bis zu 1,5 Kilogramm schwer und mit einer maximalen Länge von 15 Zentimetern).

Blasensteine dürfen nicht mit den bekannteren Nierensteinen verwechselt werden. Erstere entstehen durch eine Blasenentzündung durch Infektion (auch Blasenkatarrh). Das passiert beispielsweise, wenn man dehydriert oder der Urin zu konzentriert ist. Dann entstehen kleine Kristalle in der Blase. Mit der Zeit werden es immer mehr, die immer größer werden. Allerdings normalerweise nicht so groß wie ein Straußenei.

Das liegt aber auch an diesem speziellen Patienten. Denn auf Grund eines aggressiven Blasenkrebses vor über zehn Jahren musste seine Blase entfernt und durch eine künstlich erzeugte aus seinen Därmen ersetzt werden. Die nennt sich „Neoblase“ und ist prinzipiell anfälliger für Blasensteine. Andere Fälle zeigen, dass der Blasenstein ohne Symptome vor sich hin wachsen kann und meist erst entdeckt wird, wenn er schon riesig ist.

Der größte, dokumentierte Blasenstein im Guinness Buch der Rekorde wog übrigens stolze 1,9 Kilogramm. Autsch.

Der 64-Jährige hat die Operation gut überstanden und wird derzeit weiter von den Ärzten im Falle von neuen Blasensteinen beobachtet. Der kleinere der beiden konnte mit Lasern behandelt werden.

Als Arzt erlebt man wohl so Einiges im Laufe seiner Karriere. Ein amerikanisches Ärzteteam rettete zum Beispiel mit einem spektakulären Eingriff einem Ungeborenen das Leben. Es ragte aus dem Mutterleib heraus. Hier siehst du die rührende Geschichte:

Facebook WhatsApp

Diese Beiträge könnten dir auch gefallen: