Dieser Killerwal kidnappt ein Fischerboot mit vier Männern
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Dieser Killerwal kidnappt ein Fischerboot mit vier Männern

vor 3 Wochen

Als Victor Littlefield vergangene Woche in Alaska mit seinem Sohn und ein paar Kumpels zum Fischen aufs Meer fährt, erlebt er sein blaues Wunder: Ihr Boot wird von einem Schwertwal attackiert. Gott sei Dank bleiben alle unverletzt – der Schock sitzt dennoch tief.

Seit einiger Zeit werden Schwertwale, auch Orcas genannt, wieder bevorzugt als „Killerwale“ bezeichnet. Der Grund dafür sind verschiedene Jagd-Vorfälle. Die raffinierten Säugetiere stehen in der Nahrungskette der Ozeane ganz oben. Auch ein paar Menschenleben gehen bereits auf ihre Kappe – allerdings nicht in freier Natur, sondern in Wasserparks, wo sie unter ungünstigen Bedingungen gehalten werden.

Dass Schwertwale aggressiv sein können, mussten Victor Littlefield und seine Begleiter aus Sitka in Alaska vergangene Woche am eigenen Leib erfahren. Die vier waren mit ihrem fünf Tonnen schweren Fischerboot unterwegs.
Als sie vor der Insel Little Biorka den Anker auswerfen um anzulegen, kippt das Boot plötzlich abrupt zur Seite. Erst nach einigen Sekunden bemerken die Fischer, dass sie es mit einem Orca zu tun haben, der unter Wasser immer wieder mit voller Wucht das Boot rammt. Als das dem Tier zu langweilig wird, nimmt es die Ankerschnur ins Maul und zerrt so heftig daran, dass es das Boot in seine Gewalt bringt und mit sich zieht. Irgendwann hat Littlefield keine Chance mehr, die Ankerschnur auf dem Boot zu halten – der Wal reißt sie ihm aus der Hand. Kurz danach schlägt er mit der Schwanzflosse gegen das Boot. Das Ganze dauert einige Minuten, bis der Wal irgendwann mit der Ankerschnur wegschwimmt.

Einer der Jungs schnappt sich sein Smartphone und filmt einen kleinen Teil des Szenarios, um es später als Warnhinweis in dem Netzwerk Sitka Chatters hochzuladen. Im Video sieht man, wie der schwarz-weiße Wal um das Boot herum schwimmt – mit der Ankerschnur im Maul.

Verletzt wurde Gott sei Dank niemand, doch die Fischer stehen einige Zeit unter Schock. Wären sie mit einem kleineren Boot oder einem Holzboot unterwegs gewesen, hätte die Geschichte vermutlich kein gutes Ende gefunden. Das zehn Meter lange Aluminium-Boot ist mit einigen Lackschäden davongekommen.

Laut Howard Garrett, Walforscher und Mitbegründer der weltweiten Organisation Orca Network, verhalten sich Schwertwale in freier Wildbahn grundsätzlich Menschen gegenüber nicht aggressiv. Was der Grund für die Wal-Attacke auf das Fischerboot war, ist ungeklärt.
Eine Verhaltensstudie der Naturwissenschaftlerin Naomi Rose hat ergeben, dass der Grund für das aggressive Verhalten gefangener Schwertwale meistens Depressionen und Langeweile sind.

Damit ihr die Schwertwale nicht als blutrünstige Mörder in Erinnerung behaltet, haben wir uns in tiefe Gewässer begeben, um die faszinierenden Säugetiere ein bisschen besser kennen zu lernen. Das Ergebnis seht ihr hier:

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