Neuseeland führt jetzt Krieg gegen alle Nagetiere
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Neuseeland führt jetzt Krieg gegen alle Nagetiere

vor 2 Monaten

Neuseelands Tierwelt ist einzigartig. Unzählige Vogelarten sind weltweit nur hier anzutreffen. Zum Beispiel die flugunfähigen Kiwis oder der Kakapo. Es gibt nur ein Problem: Eingeschleppte Nagetiere aus anderen Teilen der Welt bedrohen diese einmaligen Vogelarten. Daher leitet die neuseeländische Regierung jetzt drastische Schritte ein: Alle Nagetiere dort sollen ausnahmslos getötet werden.

Etwa 25 Millionen der in Neuseeland einheimischen Vogelarten werden dort jährlich von Nagetieren getötet. Die flugunfähigen Kiwis trifft es dabei besonders häufig – von ihnen sterben etwa 20 pro Woche. Die Evolution hatte es bisher nicht für nötig gehalten, dem Kiwi das Fliegen beizubringen, weil er keine natürlichen Feinde auf dem Boden hatte. Doch das hat sich jetzt geändert.

Warum sind Nagetiere eine Gefahr?

Durch uns Menschen sind Nagetiere jetzt wieder vermehrt in Neuseeland zu finden. So sind zum Beispiel Ratten als blinde Passagiere auf Schiffen nach Neuseeland gekommen, die jetzt viele der Vogelarten bedrohen. Um die Rattenpopulation in Neuseeland wieder in den Griff zu bekommen, wurde dann bewusst das Hermelin – auf dessen Speiseplan Ratten ganz oben stehen – nach Neuseeland überführt. Das hat aber nicht so wirklich funktioniert. Jetzt haben die Neuseeländer nicht nur ein Problem mit Ratten, sondern auch eines mit Hermelinen.

Seitdem es wieder Nagetiere in Neuseeland gibt, sind etwa 40 einheimische Vogelarten dort ausgestorben. Und dagegen will die Regierung etwas unternehmen. Aber wie soll das gehen? Neuseeland ist zwar um ein Viertel kleiner als Deutschland, doch das sind immer noch 268.000 Quadratkilometer. Auf dieser Fläche leben Schätzungen nach etwa 30 Millionen Opossums, ganz zu schweigen von den unzähligen Ratten, deren Anzahl nicht einmal annähernd bekannt ist. Um Ratten, Opossums und die Hermeline auszurotten – diese drei Tierarten stellen die größte Bedrohung für die einheimischen Vögel dar – will die Regierung ganz systematisch vorgehen.

Zunächst einmal sollen alle zu Neuseeland gehörenden Inseln von den Nagetieren befreit werden. Danach soll es den Nagetieren im Inland an den Kragen gehen. Voraussichtlich im Jahr 2050 soll das Land dann Nager-frei sein.

Die Nager sollen mit selbstauslösenden Fallen, Giftködern, Drohnen oder der gezielten Jagd getötet werden. Umstritten ist dabei vor allem das Gift 1080 (Natriumfluoracetat), das für Massentötung von Tieren eingesetzt wird. Dabei werden aber auch viele andere Tiere als „Kollateralschaden“ hingenommen. Womöglich sogar genau die Vögel, für deren Schutz jetzt alles Menschenmögliche in Bewegung gesetzt wird. Insgesamt wird das ganze Projekt wohl Milliarden Euro kosten.

Manche Neuseeländer glauben jedoch, dass es mit diesen drei Nagetieren nicht getan ist. Wilde Katzen beispielsweise seien auch ein Problem für die Vogelpopulation Neuseelands. Ob es die Regierung aber überhaupt schafft, ALLE Nagetiere auszurotten, bleibt abzuwarten. Denn Ratten vermehren sich ja bekanntlich ziemlich schnell…

Auch in New York gibt es ein Problem mit Ratten. Wie die Menschen dort dagegen vorgehen, seht ihr hier:

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