ARC CENTRE OF EXCELLENCE FOR CORAL REEF STUDIES

Katastrophale Nachricht: Wir haben das Great Barrier Reef verloren

vor 2 Monaten

Schon seit Jahren erschüttern uns Nachrichten vom Zustand des Great Barrier Reefs. Jetzt wurde ein Tief erreicht, von dem Wissenschaftler glauben, dass es kein Zurück mehr gibt. Laut ihnen befinde sich das Riff vor Australiens Küste im Endstadium.

Der Grund: Die Korallen sterben. Das liegt hauptsächlich an der globalen Erwärmung, die zur sogenannten Korallenbleiche führt. Wie genau die Korallenbleiche funktioniert, haben wir euch hier ausführlich erklärt. Ein anderer – wenn auch wesentlich kleinerer Grund – sind riesige Seesterne, die in Millionen über die Korallen herfallen. Dafür wollten Wissenschaftler Riesenschnecken einsetzen, die die Seesterne essen. Über das Vorhaben wir damals hier berichtet.

Bisher hat das alles nichts geholfen, denn die aktuellen Zahlen der James Cook University verzeichnen den Beginn vom Ende des wunderwunderschönen Great Barrier Reefs. Schuld daran ist vor allem ein neuer Rekord-Sommer, den Australien gerade hinter sich hat. Die ansteigenden Wassertemperaturen haben dafür gesorgt, dass mittlerweile zwei Drittel (!!) des größten Korallenriffs der Erde von Korallenbleiche betroffen sind. In Zahlen heißt das: Etwa 229.548 von 347.800 Quadratkilometern sind kaputt. Verloren. Dahin. Das ist fast so groß wie Großbritannien und Nordirland.

Dieses Jahr hat sich der Schaden Richtung Süden ausgebreitet. Insgesamt ist das Riff 2.300 Kilometer lang, 1.500 sind beschädigt. Selbst die Korallen, die am schnellsten wachsen, bräuchten zehn Jahre, um sich davon zu erholen. Dazu bräuchte es aber erstmal ein paar Jahre ohne Korallenbleiche.

Das ist der vierte große Ausbruch von Korallenbleiche – nach 1998, 2002 und 2016. Ein Grad Wassererwärmung hat dazu geführt. Zwar sind die Korallen nicht tot, aber ihnen fehlt die Zeit, sich zu regenerieren. Und das könnte zum Zusammenbruch eines kompletten Ökosystems führen.

So sah es letztes Jahr aus:

Ein winziger Hoffnungsschimmer ist der, dass dieses Jahr hauptsächlich der mittlere Teil des Riffs betroffen war und nicht der ohnehin schon fragile Norden, der die letzten Male am meisten litt. Der Süden scheint noch relativ intakt.

Jon Brodie, Experte auf dem Gebiet Wasserqualität der James Cook University, erzählte dem Guardian in einem Interview, dass es für Rettungsmaßnahmen jetzt aber bereits zu spät sei. Das Great Barrier Reef befände sich in einem Endstadium, in dem wir nichts mehr tun könnten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass nachfolgende Generationen diese Perfektion der Natur nicht mehr miterleben werden, macht unglaublich traurig. Jeder, der schon mal das Glück hatte, das Riff mit eigenen Augen zu sehen, weiß, was für ein magischer Ort das ist. Und deshalb ist es so schwer zu glauben, dass jetzt alles vorbei sein soll. Wir sollten alles tun, um die verbliebenen Teile zu schützen und zu retten.

Und vor allem: Wir müssen endlich aufwachen und aufhören, unsere eigene Welt zu zerstören. Auch, wenn viele denken mögen, dass Australien so weit weg ist: Wir merken die Auswirkungen des Klimawandels auch bei uns.

Wir können mit Kleinigkeiten starten: den CO2-Ausstoß vermindern, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, weniger Fleisch essen, die Heizung runterdrehen, LEDs nutzen und und und.

Nicht nur für Ökosysteme und Tiere ist der Klimawandel gefährlich. Auch wir Menschen sind in Gefahr. Ein kompletter Inselstaat droht, im Ozean zu versinken. Wie das passieren konnte, erklären wir dir hier:

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