Forscher nehmen mysteriöse Geräusche aus der „Twilight Zone“ auf
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Forscher nehmen mysteriöse Geräusche aus der „Twilight Zone“ auf

vor 1 Jahr

Nein, mit „Twilight Zone“ ist nicht die amerikanische Erfolgsserie gemeint, sondern die Tiefen des Ozeans, in die kein Licht mehr vordringt. Dort, in einer Tiefe von 200 bis 1000 Metern, haben Forscher vor einigen Jahren ein seltsames Summen aufgenommen. Und nun scheinen sie herausgefunden zu haben, wer oder was dieses Geräusch verursacht.

Wie vor einigen Wochen im Rahmen des Ocean Science Meeting in New Orleans vorgestellt wurde, haben die Meeresbiologen mit einem sogenannten Hydrophon in die Tiefen des Pazifischen Ozeans gehorcht. In den meisten Fällen stößt man bei solchen Forschungen auf Walgesang oder die Klickgeräusche, die Delfine von sich geben.

Das Summen, das sie im Pazifischen Ozean aufgenommen hatten, konnten sie sich aber nicht so einfach erklären. Das rätselhafte Geräusch war schwach, aber kontinuierlich und nur zu bestimmten Tageszeiten zu hören. Es hörte sich anders an, als der normale Klang des Ozeans. Wie die Meeresbiologin Simone Baumann-Pickering von der University of California erklärte, was das Geräusch immer dann zu hören, wenn die Sonne unterging, dauerte ein paar Stunden an und verschwand dann wieder. Bei Dämmerung kamen die Geräusche dann wieder.

Nun haben die Biologen herausgefunden, dass das Summen von riesige Fischschwärmen und Krustentiere verursacht wird, die sich während des Tages in den dunklen Tiefen des Ozeans verstecken. Wenn es dann dunkel wird, schwärmen die Tiere näher an die Wasseroberfläche – in die Mesopelagial-Zone, die eben auch als „Twilight Zone“ bezeichnet wird–, um auf Nahrungssuche zu gehen. Dieses Phänomen kann man übrigens in allen Ozeanen beobachten oder besser gesagt hören.

Unterwasser-Speiseglocke

Warum die Unterwasserbewohner summen, konnten die Forscher aber auch noch nicht herausfinden. Wie Baumann-Pickering erklärt, könnte es jedoch sein, dass die Schwärme miteinander kommunizieren, damit auch alle Artgenossen mitbekommen, dass es an der Zeit ist, auf Nahrungssuche zu gehen.

Es gibt aber noch eine andere, banalere Theorie. „Es ist bekannt, dass Fische auch furzen“, erklärte Baumann-Pickering. „Sie emittieren Gas, wenn sie in der Wassersäule die Schwimmtiefe verändern“, so die Biologin weiter. Das Gas stammt übrigens aus der Schwimmblase im Inneren der Fische, die deren Auftrieb steuert. Und jetzt stellt euch mal vor, dass Machen Millionen Fische auf einmal, wenn sie auftauchen.

Aber es bleibt die Frage: Warum erzeugen Fische diese Töne, wenn sie damit doch potentielle Feinde anlocken könnten? Das weiß niemand, erklärt die Forscherin. „Wir kratzen gerade an der Oberfläche, wenn es darum geht, zu verstehen, wie wichtig Geräusche [im Ozean] sind.“

Noch nicht genug von der faszinierend Unterwasserwelt? Kein Problem. Hier zeigen wir euch, welche Schätze sich in den Tiefen des Ozeans verbergen:

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