Forscher finden Methan-fressende Bakterien unter der Antarktis
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Forscher finden Methan-fressende Bakterien unter der Antarktis

vor 2 Wochen

Methan ist blöd. Gelangt es in großen Mengen in die Umwelt, wird es unserem Klima noch viel mehr schädigen als es momentan Kohlenstoffdioxid tut. Dem freigesetzten Methan könnte man bald mit Bakterien entgegenwirken, die sich scheinbar davon ernähren. Solche Bakterien wurden unter dem ewigen Eis der Antarktis gefunden.

Okay, das klingt jetzt ziemlich verrückt. Deshalb von vorne: Unter der Erdoberfläche befinden sich große Ansammlungen von Methan – meist in Blasen. Sie sind tickende Zeitbomben. Gehen sie hoch, könnten das verheerende Folgen für unser Klima haben.

Warum ist Methan so gefährlich?

Denn: Die Freisetzung von Methan stellt ein gravierendes Problem dar. Spricht man von Klimawandel und Erderwärmung, ist immer von Kohlenstoffdioxid die Rede. Das liegt vor allem daran, dass es derzeit (noch) viel mehr Kohlenstoffdioxid in unserer Atmosphäre gibt als Methan. Aber auch Methan könnte unser Klima extrem beeinflussen. Ein Methan-Molekül kann Hitze 25 Mal besser einschließen als Kohlenstoffdioxid. Dadurch steigen die Temperaturen sehr stark an.

Wird Methan in großen Mengen freigesetzt, könnte dies die Atmosphäre stärker beschädigen als das bei CO2 der Fall ist. In manchen Gebieten der Arktis, wie etwa im nordöstlichen Sibirien, besteht der Untergrund zu 70 Prozent aus Eis. Würden alle sibirischen Seen schmelzen, könnten alleine dadurch 50 Milliarden Tonnen Methan in unsere Atmosphäre gelangen. Das ist zehn Mal mehr Methan, als sich gerade in der Atmosphäre befindet.

Die Methan-fressenden Bakterien unter der Antarktis

Aber zurück zu den Bakterien. Die haben Forscher der Montana State University ausfindig gemacht. Bereits 2013 haben sie 800 Meter tief in die Antarktis gebohrt – unter das Eisschelf im Westen bis hinunter zum Lake Whillans (ja, der befindet sich 800 Meter unter dem Eis). Obwohl seine Temperatur unter 0 Grad liegt, ist das Wasser dort flüssig, da der Druck so hoch ist.

Dort nahmen die Wissenschaftler Proben vom Wasser und Ablagerungen, die seit Tausenden von Jahren von unserer Atmosphäre abgeschnitten sind. Die Ergebnisse der Untersuchungen haben sie jetzt veröffentlicht.

Dabei stießen sie auf eine Lebensform, die sich von Methan zu ernähren scheint. Denn unter der westlichen Antarktis soll es ein riesiges Methan-Reservoir geben und das gefundene Bakterium sorgt dafür, dass das nicht an die Oberfläche gerät.

Aber was geht mich das an? Im günstigsten Fall können diese Bakterien genutzt werden, um das bereits in der Atmosphäre befindliche Methan zu fressen bzw. zu absorbieren. So könnten wir dem Treibhauseffekt entgegenwirken. Und das wäre natürlich wirklich eine tolle Nachricht für unsere Erde. Aber so weit sind die Forscher noch lange nicht.

Und wer ist noch Schuld am Methan in unserer Atmosphäre? Kühe. Sie pupsen Methan aus. Und essen wir mehr Fleisch, brauchen wir mehr Kühe, die noch mehr Methan auspupsen – und das ist brennbar. Aber können die dadurch einen ganzen Stall in die Luft jagen? Hier die Antwort:

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