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Forscher finden bedrohliche Spuren von Plastikmüll am tiefsten Punkt der Erde

vor 4 Monaten

Der Marianengraben im Pazifischen Ozean ist mit einer Maximaltiefe von etwa 11.000 Metern der tiefste Punkt der Erde. Genau dort haben Forscher nun eine traurige Entdeckung gemacht: Sie haben jede Menge Reste von Plastikmüll gefunden.

Selbst im scheinbar unerreichbaren Marianengraben hinterlassen wir Menschen unsere Müllspuren. Es ist eine schockierende Nachricht, dass sogar dort die Tiere mit den umweltschädlichen Giftstoffen zu kämpfen haben. Das Ozeanologen-Team um Alan Jamieson von der britischen University of Aberdeen hat drei Arten von Flohkrebsen untersucht, die bis zu zehn Kilometer tief im Wasser zuhause sind. Mit einer speziellen Falle zogen sie die Tierchen auf ein Schiff, um sie auf persistente organische Schadstoffe (POPs) zu untersuchen. Dabei handelt es sich um giftige Substanzen, die die Umwelt nur sehr langsam abbauen kann. Im Fettgewebe der Flohkrebse haben sie diese gefährlichen POP-Schadstoffe gefunden, die auf Plastikmüll zurückzuführen sind.

Bisher wurde so tiefes Gewässer kaum untersucht. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass es dort unten nur reines Wasser geben kann. Von wegen: Viele der gefundenen Stoffe gelten als krebserregend, hochgiftig und extrem schädlich für die Umwelt.

Müll im Ozean
Selbst am tiefsten Punkt der Erde landet unser Müll.
© Credit: NOAA Office of Ocean Exploration and Research

Zum einen wurde bei den Flohkrebsen eine erschreckend hohe PCB-Konzentration (Polychlorierte Diphenyle) gemessen. Diese Substanz wird für Plastik vor allem als Weichmacher verwendet. Laut den Forschern war der Wert fünfzig mal höher als der Schadstoff-Fund in Krabben an einem der schmutzigsten Flüsse Chinas – dem Liao He-Fluss. Als zweite Substanz ermittelten die Forscher die PBDE-Konzentration (Polybromierte Diphenylether) bei den Tieren. Diese Chemikalie wird als Flammschutzmittel in Kunststoff oder Textilien verarbeitet. Auch hier war der Fund alles andere als erfreulich. Beide Stoffe gehören zu den POPs.

Normalerweise sollten diese Chemikalien nur im Umfeld von Industriegebieten vorkommen, im Meer haben sie jedenfalls nichts verloren. Das Umweltbundesamt spricht sogar von einem Verbot dieser Schadstoffe, wenn es eine alternative Lösung gibt. Der Gebrauch sollte laut der aktuellen Regelung auf jeden Fall beschränkt und vor allem streng kontrolliert werden. Von 1929 bis 1988 wurden 1,3 Millionen Tonnen dieser Giftstoffe hergestellt.

Wenn wir unser Umgebung verschmutzen, hat das also auch konkrete Auswirkungen auf die Ozeane. Und das geht sogar bis zum tiefsten Punkt der Erde.

Müll im Wasser
Unsere Ozeane sind erschreckend voll mit Plastikmüll.
© Credit: NOAA Office of Ocean Exploration and Research

Zum Glück gibt es Menschen, die tolle Erfindungen entwickeln gegen das Plastikmüll-Problem. Ein junger Isländer hat eine großartige Idee. Normalerweise braucht eine Plastikflasche 450 Jahre, bis sie komplett zersetzt ist. Welche Lösung es dafür künftig geben könnte, siehst du hier:

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